Couchgag: Die Simpsons samt Couch sind auf einem Gemälde zusehen, das in einer Ausstellung hängt.
Anmerkung: Alle Dialoge, denen ein „zu den Kindern“ in Klammern vorausgeht, sind im Hintergrund und nicht in der Rückblende gesprochen worden.
Es ist Winter. Das Haus der Simpsons ist völlig verschneit. Die ganze Familie sitzt trotz dicker Winterklamotten frierend vor dem Kamin, in den Homer den alten Plattenspieler hineinwirft. Allen ist sichtlich kalt.
Lisa (zitternd): Dad, es ist mir eiskalt. Homer: Keine Sorge, Kinder. Diese Wollsocken und Daunenparckers werden euch warm halten. Marge(genervt): Wir hätten dieses Problem nicht, wenn du die Heizungsrechnung bezahlen würdest. Homer(naiv): Ich dachte, die globale Erwärmung macht das klar. Auf Al Gore ist wirklich kein Verlass.
Bart kommt mit zwei Kisten in der Hand ins Zimmer.
Bart: Hab’ noch ein paar Zeitschriften zum Verbrennen: Wissenschaftsmagazin, Hausfrauenmagazin, Katalog für Halloweenkostüme in Übergröße und als nächstes…
Marge unterbricht Bart energisch.
Marge(aufgebracht): Nein, das ist meine Erinnerungskiste!
Sie möchte Bart die Kiste aus der Hand reißen. Versehentlich fällt ihr diese allerdings herunter und liegt nun offen auf dem Boden.
Lisa(verdutzt): Mom, ich wusste gar nicht, dass du auf dem College warst. Bart(sarkastisch): Jaa, war es nicht so, dass Dad dich gesegnet hat, mit der unerwarteten Empfängnis von mir? Marge: Hey, wir Eltern haben auch ein Recht auf unsere Geheimnisse. Homer: Zum Beispiel, wer das Lieblingskind ist. (flüstert) Es ist Lisa.
Lisa nimmt einen Stift und einen Schreibblock in die Hand, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Lisa: Passt mal auf: Mom und Dad sind fast 40 Jahre, Bart ist zehn. Er wurde also erst lang, nachdem ihr auf der Highschool wart, geboren. Bart: Jaa, was ist passiert, als ich noch in Dad ’rumgeschwommen bin? Marge: Es gibt ein Kapitel in unserer Vergangenheit, von dem wir euch Kindern noch nie erzählt haben – ein sehr turbulentes Kapitel. Bart (genervt): Komm schon, noch turbulenter als heute? Lisa: Wir machen alle nur möglichen Therapien. Homer (traurig): Zwischen uns sind Dinge passiert, auf die wir nicht stolz sind. Es war mitten in einem wilden Jahrzehnt, das wir die Neunziger nennen. Bart(ahnungslos): Die Neunziger? Nie davon gehört. Homer(nostalgisch): Oh, es war eine wundervolle Zeit. Der Irakkrieg war für immer beendet, ein verzweifelter Matt Groening erschuf Futurama und junge Menschen glaubten an ihre Träume, dank einer Fernsehserie namens Melrose Place.
Nun beginnt die Rückblende, die von Homer erzählt wird. Im Bild sind Marge und Homer in jungen Jahren und schwer verliebt zu sehen.
[Rückblende beginnt]
Homer: Eure Mutter und ich waren zusammen gerade in unsere erste, gemeinsame Wohnung gezogen.
Die Kamera zoomt von einem großen Schild, auf dem die Aufschrift „Springfield Place“ zu lesen ist, heraus in eine Wohnanlage, in mitten sich ein großer Pool befindet. Anschließend wechselt das Bild zu Kirk van Houten, der gerade vor einem Computer hockt.
Kirk: Luann, ich lade mir gerade ein Foto, auf dem du mich betrügst, auf den Computer runter. In weniger als sechs Stunden werde ich wissen, mit wem es war – außer jemand hebt das Telefon ab.
Luann, die sich gerade auf einem Liegestuhl sonnt, nimmt den Hörer eines Telefons, das neben dem Computer steht, ab.
Kirk (aufgebracht): Nein, nein, nein…oooch.
Wieder zurück bei Homer und Marge: Die beiden sind auf der Terrasse ihres Appartements und machen es sich gemütlich. Homer dient wieder als Erzähler.
Homer (zu den Kindern): Wir hatten nicht viel Geld, aber wir waren jung und verliebt. Marge (etwas enttäuscht): Hrrrm. Es gibt heute leider nur wieder eine Fertigsuppe. Homer: Mit dir schmeckt jede Fertigsuppe wie eine 5 Minuten-Terrine.
Die Beiden schlürfen ihre Nudelsuppe und sehen sich gegenseitig verliebt in die Augen. Danach wechselt das Bild ins Schlafzimmer, das noch sehr spartanisch eingerichtet ist. Homer und Marge liegen in der Mitte des leeren Raums auf zwei Matratzen, die ein kleines Stückchen voneinander weg liegen.
Homer: Weißt du, diese Ikea-futons kann man mit einem Klettverschluss zusammen machen. Marge(schüchtern): Äh, ich, äh…Es tut mir Leid, dazu bin ich noch nicht bereit. Ich will warten, bis ich verheiratet bin, oder wenigstens stockbesoffen. Homer: Ich verstehe. Wir sollten den Beispielen der prominenten Vorbilder von heute folgen.
Homer deutet aus dem Fenster. Dort steht ein Schild mit der Aufschrift: „Wait Until Marriage“. Anschließend hört man wieder Homers Stimme im Hintergrund.
Homer (zu den Kindern): Alle jungen Menschen haben einen musikalischen Traum, und meiner hieß harmloser „Urban-Light-HipHop-Smooths-Grooves“.
Das Bild wechselt vor ein Haus mit der Aufschrift „Groovetone Records“. Daraufhin befindet man sich in einem Tonstudio. An einem Mikrofon unternehmen der junge Homer, Lenny, Carl und Lou ihre ersten Gesangsversuche.
Alle beginnen nun zusammen eine Version des Songs „I'll Make Love to You“ von Boyz II Men zu trällern.
Alle(singen):
I'll make rub to you,
show respect for you,
hunt so save and strong,
back rub all night long,
I'll make rub to you.
Im Hintergrund beginnt dieses Mal Marge den Kindern die Geschichte zu erzählen.
Marge (zu den Kindern): Aber unser Glück stand kurz vor seinem Niedergang, so wie Kevin Costners Karriere. Und Schuld war der Briefträger.
Man sieht, wie die junge Marge eine Aufnahmebestätigung von der Universität von Springfield aus dem Postkasten holt. Anschließend sitzt sie zusammen mit Homer an dem Küchentisch, auf dem auch der offene Brief liegt.
Homer (schockiert): Du bewirbst dich am College und sagst es mir nicht? Marge: Ich habe es dir gesagt. Homer: Ich habe verstanden, du bewirbst dich irgendwo als Model für eine Collage, und soweit ich weiß, war ich dagegen. Marge(überglücklich): Dass sie mich wirklich aufgenommen haben, für mich ist ein Traum wahr geworden – ein sehr kostspieliger Traum.
Marges Stimme wird plötzlich leiser und das Bild wechselt auf das Schreiben der Uni, die 3.000 Dollar jährlich kostet.
Marge(seufzt): Oooch…
Sie schiebt den Brief wieder zurück in den Umschlag.
Homer: Och, Baby. Wir werden dir deinen Traum erfüllen, ich treib das Geld auf. Ich springe über meinen Schatten und nehme einen Job an bei…meinem Vater.
Das Bild wechselt vor Abes Laserfarm.
Abe: Sieh an, sieh an, sieh an. Wer kommt da angekrochen und will einen Job bei seinem alten Herrn? Wozu brauchst du die Moneten, hä? Medikamente?
Homer (aufgebracht): Das ist eine Privatsachen und ich bin rein beruflich hier.
Im nächsten Bild steht Homer schon in der Laserfarm. Es sind viele Kinder dort, die mit ihrem Laser-Pistolen durch die Gegend schießen.
Homer: Oke, das war’s. Die Zeit ist um!
Homer schaltet den Kindern den Saft ab.
Kinder(seufzen): Oooch.
Daraufhin stürmen alle auf Homer und verprügeln ihn mit ihren Pistolen.
Abe(streng): Das zählt als deine Pause!
In der Uni. Im Hintergrund erzählt wieder Homer.
Homer (zu den Kindern): Aber die Ausbildung von Marge war mir jeden Pistolenhieb der Welt wert.
Dann läuft die junge Marge die Stufen zur Uni hoch und ist völlig begeistert.
Marge (schwärmt): Auf diesem Gelände sieht es aus, wie auf dem Prospekt: Herbstlaub, Gesprächsrunden im Grünen…
Der Comic Book Guy sitzt zusammen mit anderen Studenten auf einer Wiese.
Comic Book Guy: Und deswegen kann „Der Herr der Ringe“ niemals verfilmt werden.
Marge(schwärmt weiter): …Studentenverbindungen mit hübschen Mützchen. Ich habe das Gefühl es wird mir hier gefallen.
Anschließend geht Marge in einen riesigen Hörsaal. Professor August unterricht dort gerade Kulturgeschichte.
Prof. August: Also, habt ihr alle die erforderlichen Bücher für diesen Kurs dabei?
Alle Studenten holen ihre Bücher heraus und stellen sie auf ihren Tisch ab.
Prof. August: Guuut! Dann wirft sie jetzt alle weg. Alle(fröhlich): Jaaa!
Die Studenten werfen ihre Bücher von den Tischen, Marge hingegen nimmt ihren Stapel und legt ihn behutsam auf dem Boden ab.
Prof. August: Alles was ihr glaubt über Geschichte zu wissen, ist eine Lüge. Zum Beispiel unsere Gründungsväter. Was haben sie alle gemeinsam? Schüler (ruft herein): Sie haben den König abgelehnt. Schülerin(ruft ebenfalls herein): Sie haben das System der Gewaltenteilung eingeführt. Prof. August (widerspricht energisch): Falsch! Das waren alle weiße, protestantische Männer mit Grundbesitz.
Der Professor nimmt eine Spraydose und sprüht auf ein Abbild der Gründungsväter der USA mit großen Buchstaben „EVIL“ (deutsch: BÖSE).
Alle Schüler (schockiert): Oooh. Marge(ruft hinein): Wollen Sie damit sagen, dass das Fundament von Amerika auf falschen Auffassungen beruht? Prof. August: Wer hat das gesagt?
August sieht durch den Raum und entdeckt Marge, von der er sofort begeistert ist.
Prof. August: Das ist genau, was ich damit sagen will.
Marge fühlt sich geschmeichelt und zu dem Professor hingezogen.
Prof. August (denkt): Herbstsemester, du bist gerade interessant geworden.
Am Tor der Uni wartet schon Homer, um Marge abzuholen. Er ließt gerade ein Buch, das den Titel „Die Brücken am Fluss“ trägt.
Homer(weinend): Dieses Buch ist so unglaublich schlecht. Marge(begeistert): Homie, mir sind in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet worden. Wusstest du, dass jeder US-Präsident ein heterosexueller, weißer Mann war? Homer(erstaunt): Selbst Walt Disney? Marge: Und hast du auch gewusst, das Geschichte nur von Siegern geschrieben wird? Homer(sarkastisch): Wirklich? Ich hab’ gedacht, die wird nur von Losern geschrieben. (lacht) Marge: Also wenn du das denkst, frag meinen neuen Professor. Professor August hat mir eine Seite der Welt gezeigt, dir mir völlig neu ist. Homer: Professor August, hä? Was ist das für ein Typ? So ein grauhaariger Bücherwurm? Marge (zögerlich): Äh, nein, nicht direkt.
Der angesprochene Professor August kommt plötzlich ins Bild.
Prof. August: Marge, ich hoffe, ich sehe Sie morgen während der Vorlesungszeiten. Marge(schüchtern): Hihi. Äh, drei bis fünf, richtig? Prof. August: Mein Hörsaal steht offen, kommen sie einfach rein. Marge: Das werde ich! Prof. August: Zum Fakultätsklo!
Der Professor setzt seinen Helm auf und fährt auf seinem Fahrrad davon.
Marge(schwärmt): Oooh. Homer: So ein Geräusch habe ich noch nie von dir gehört. Bist du krank? Marge(schwärmt erneut): Oooh. Im Hintergrund fährt der Professor mit seinem Fahrrad hin und her und klingelt dabei an der Klingel.
Homer: Hm, ich frage mich, was dich gerade beschäftigt?
[Rückblende endet]
Die Rückblende endet wieder. Die Simpsons haben mittlerweile den Gas- und Elektrikservice zur Hilfe geholt. Der Gasmann kommt gerade die Treppe aus dem Keller hoch und geht anschließen in der Küche, in der sich auch die Simpsons aufhalten.
Gasmann: Oke, Ihre Zündflamme brennt wieder. Jetzt muss ich nur noch was am Thermostat einstellen. Soll ich Ihnen dabei eine Geschichte erzählen über die Frau, die ich geliebt und verloren habe. Lisa: Wir sind mitten in unserer eigenen Geschichte, danke. Gasmann(eingeschnappt): Klar, niemand interessiert sich für die Frau des Gasmanns. Halt die Klappe, Arbeitssklave, und bring das Gas zum Laufen.
Marge dreht sich vom Gasmann weg und beginnt wieder die Geschichte zu erzählen.
Marge: Jedenfalls, fing ich mit der Zeit an meinen Professor mehr und mehr zu bewundern.
[Ruckblende beginnt]
Wir sind wieder in den Neunzigern. Marge lauscht gerade einer Vorlesung von Professor August.
Prof. August: Deswegen habe ich für die weiblichen Gene eine positivere Bezeichnung als X X entwickelt: Plus Plus.
Der Professor projiziert zwei „X“s und dreht diese so, dass sie zwei Plus ergeben. Alle im Saal klatschen.
Marge: Professor? Glauben Sie, dass weiße, männliche Wissenschaftler es verhindert haben, dass die Dritte Welt mehr zur Forschung beigetragen hat. Prof. August: Gute Frage. Die Antwort lautet: Natürlich. Hätten Buschmänner das Penizillin erfinden können? Vielleicht haben sie das schon, doch niemand hat sie gefragt – niemand hat sie gefragt.
Das Bild wechselt ins Appartement der Simpsons. Marge liest gerade ein Buch über die amerikanische Geschichte währenddessen Homer „Seinfeld“ im Fernsehen ansieht.
Homer (lacht): Haha, ach Elaine, würdest du nicht so nerven, wärst du immer noch mit Seinfeld zusammen. Marge: Professor August hat gesagt, die Sitcom sei ein Genre, das dem Untergang geweiht ist. Homer: Das ist Bildungsfernsehen. Nur durch die eingespielten Lacher, lernt unser Volk was Humor ist, Spaßbremse. Marge(beleidigt): Hrrrm, es wäre schon, wenn du mich ernst nehmen würdest. Homer: Ich schufte den ganzen Tag, um deine Ausbildung zu bezahlen. Darf ich mich dann nicht zuschütten und mir von dir Salbe auf die Laser-Wunden schmieren lassen? Marge: Oooh, sind die Laser nicht ein bisschen zu stark eingestellt? Homer: Wenn die Kinder alle gleichzeitig auf deinen Bauch feuern, verstärkt sich die Wirkung.
Homer hebt sein T-Shirt hoch. Auf seinem Bauch sind lauter Verletzungen durch die Laser-Kanonen zu sehen. Marge schmiert die Wunden schließlich mit einer Salbe ein. Als sie dabei Homer anguckt, geht ihr plötzlich die Fantasie durch, und anstatt Homer sieht sie nun Professor August. Sie erschrickt und dreht Homer schnell, um ihn am Rücken einzusalben, bis schließlich in ihrer Fantasie schließlich sogar seine Klamotten auftauchen.
Das Bild wechselt. Es ist nachts. Im Hintergrund wird das Lied „Closing Time“ von Semisonic eingespielt. Man sieht nun, wie Homer und Marge auf ihren „Ikea-futons“ Rücken an Rücken liegen. Dazwischen ist immer noch ein kleiner Abstand.
Am nächsten Tag ist Marge wieder in der Uni. Sie zeigt Professor August ihr Kunstprojekt.
Prof. August: Marge, Ihr Kunstprojekt für Protesttheorie ist sehr beeindruckend. Marge(geschmeichelt): Vielen Dank, Professor August. Prof. August: Oh bitte, ich bin Ihr Studienberater, nennen Sie mich Stêphan.
Marge fällt ein Zettel aus der Hand, den der Professor wieder aufhebt und ihr gibt.
Marge: Oh danke, das, äh, ist nur eine Nachricht von meinem Freund. Prof. August (eifersüchtig): Lassen Sie mich raten: Er ist ’ne Highschool-Flamme und will verhindern, dass Sie erblühen. Marge: Homer ist perfekt für mich. Sehen Sie, was er schreibt. „Ich vermisse dich“. Oooh. Prof. August: Erlauben Sie mir, diese Nachricht zu dekonstruieren. Wenn er schreibt „Ich vermisse dich“ ist Ich das Subjekt und dich ist das Objekt. Sie sind sein Objekt. Marge(verwirrt): Aber Homer unterstützt mich. Er bezahlt mir meine Ausbildung am College. Prof. August(aufgebracht): Er bezahlt für Sie, als ob er Sie besitzen würde? Wissen sie was das ist? Unterdrückung. Marge: Naja, ich weiß, sie würden nie etwas sagen, dass nicht objektiv ist. Prof. August: Ihre Hausarbeit ist, darüber nachzudenken, was ich über Ihre Beziehung gesagt habe. Marge: Und was muss ich abgeben? Prof. August (poetisch): Bevor es zu spät ist! Marge(überrascht): Oooh, Stêpahn.
Homer möchte Marge von der Uni abholen und irrt auf dem Gelände herum.
Homer(rufend): Marge? Marge, wo steckst du? Bist du bei dieser Joan Miro-Statue? Student 1: Das heißt Joan Miro. Student 2: Dämlicher Prolo. Alle(lachend): Haha. Homer: Hey, Prolos wie ich kochen euer Essen und putzen eure Toiletten. Professor: Wenn ihr Ersteres besser machen würdet, würden wir die Letzteren seltener benutzen.
Homer rennt weinend weg.
Professor: Recht so, Prolo, verkriech dich wieder in deinem Prolo-Loch.
Bei Professor August.
Prof. August: Marge, dieser Traumfänger ist mir von einer Kriegerin des Lakapane-Stammes geschenkt worden. Dieser Stamm wird von Frauen regiert. Meinen Traum hat er schon gefangen.
August hält den Träumfänger so, damit durch diesen Marges Gesicht zu sehen ist. Dann beginnt er indianer-ähnliche Laute von sich zu geben. Wütend betritt Homer den Raum.
Homer(wütend): Was zum Teufel ist denn los hier? Kriegsgeheul? Marge: Homer, blamier mich bitte nicht. Homer: Marge, was willst du auf diesem verrückten College? Hier ist es gar nicht so locker wie in den College-Fimen. Ich hab ’nem Typen die Gitarre zertrümmert und er hat mich auf Schadenersatz verklagt, und das mit Erfolg! Marge: Homie, geh nach Hause, wir können später darüber reden. Homer(beleidigt): Bitte.
Homer verlässt den Raum. Nach wenigen Augenblicken kommt er wieder und zerrt an den Perlenketten, die am Türrahmen befestigt sind.
Homer: Ruuums
Erneut ist Homer im Studio der Groovetone Records. Er trägt allerdings eine völlig andere Kleidung als zuvor. Sein gesamter Stil scheint sich nach dem Krach mit Marge zu verändern.
Homer: Es geht nicht mehr. Unser harmonischer Musikstil funktioniert nicht mehr in dieser grausamen Welt. Es ist Zeit für eine Veränderung. Ab jetzt machen wir Gitarrenrock mit nihilistischer, dreckiger Energie. Und ich taufe das Ganze Grunge.
Homer steht nun zusammen mit seiner Band, welche weiterhin aus Lou, Lenny und Karl besteht, auf einer kleinen Bühn
e vor der Uni auf.
Homer(durch ein Mikro): Wir sind Sadgasm. Und dieser Song heißt „Politisch Nicht Korrekt“
Vor der Bühne hat sich eine Gruppe an Menschen versammelt. Die Band beginnt den zu Spielen. Lenny und Lou sind die Gitarristen, Homer ist der Sänger und spielt ebenfalls an der Gitarre. Carl sitzt am Schlagzeug.
Homer(singt):
Pain is brown,
hate is white.
Love is black,
stab the night.
Kingdom of numb,
closet of hurt!
Feelings are dumb,
kisses are dirt!
Dt. Untertitel: Schmerz ist braun, Hass ist weiß. Liebe ist schwarz, erstecht die Nacht.
Königreich der Gefühlslosigkeit, Kabinett der Qual. Gefühle sind dämlich, Küsse sind Dreck.
Marvin Cobain steht an einer Telefonzelle ruft seinen Cousin an.
Marvin Cobain (in den Hörer): Kurt? Kurt? Hier ist Marvin. Dein Cousin, Marvin Cobain, du suchst doch nach diesem neuen Sound. Hör dir das mal an.
Er hält den Hörer Richtung Bühne. Anschließend wird wieder zu Homer geblendet. Dieser sieht Marge, welche am Ende der Menge steht und surft durch die Menge, um schnellstmöglich zu ihr zu gelangen.
Homer(aufgeregt): Marge, Maaarge! Hey, Marge. Marge: Homer, deine Musik ist so zornig und verbittert. Homer (genervt): Warum sollte ich zornig und verbittert sein? Weil ich dafür bezahle, dass du einen Professor, der dich anbaggert, schöne Augen machst? Marge(wütend): Dann werde ich dich mal was fragen: Warum sollte ich bei einem Mann bleiben, der was dagegen hat, dass ich erblühe? Homer: Wenn du das glaubst, dann musst du vielleicht jemanden finden, der dein neues Ich hochpäppeln will. Vielleicht jemanden, der ein bisschen älter und ein bisschen feiner ist und der dich im Sommer auf ’ne Reise nach Europa mitnimmt.
Professor August kommt mit seinem Fahrrad ins Bild.
Prof. August (arrogant): Mach ich gern. Homer (fluchend): Neinnn!
Marge steigt auf Prof. Augusts Fahrrad auf und beide fahren davon.
Fan: Signierst du meine Brüste? Homer(genervt): Ja.
Homer schreibt auf die Oberweite des Fans „Marge come back“ (Untertitel: „Marge, komm zurück“). [Rückblende endet]
Im Wohnzimmer der Simpsons.
Bart: Mom, wieso hast du seit zweieinhalb Minuten aufgehört zu reden? Lisa(gehässig): Mir kam’s vor wie 20. Marge: Wie auch immer. Homer und ich hatten die zähe Aufgabe ein gemeinsames Leben auseinander zu dividieren.
[Rückblende beginnt]
Im Appartement von Homer und Marge. Es stehen viele Umzugkartons in der Wohnung. Zwei mit den jeweiligen Namen stehen auf einem Tisch.
Homer: Oke, ich behalt JFace und du kriegst die CDs, ich nehm’ die Schreibmaschine, du den Computer, ich die Enron-Aktie und du die Microsoft-Aktie, und äh… Marge: Wer kriegt Süssi-Pussy? Homer: Ich möchte nur einen Tentakel.
Homer reißt einen Tentakel der kleinen Plüschkrake ab. Im inneren befinden sich kleine Kügelchen, die nun herausfallen. Als sich beide bücken, um die Kugeln aufzuheben, blicken sie sich einander tief in die Augen.
In Moes Taverne.
Homer(traurig): Geb mir ein Bier, Moe. Moe: Ich verkauf’ keinen Alkohol mehr. Das ist jetzt ’ne Zigarrenlounge. Homer: Schön, ich nehm’ ’ne Cohiba. Lass die Kiste hier.
Barney raucht eine Zigarre in einem Zug.
Barney: Ich fühl mich nicht sehr gut.
Währenddessen sich Rauch im Raum ausbreitet, nimmt Moe die Gelegenheit war, um die Uhr eines Gasts zu stellen.
Moe: Oh, ich habe nicht versucht, Ihre Uhr zu stehlen. Ich wollte Sie nur anbaggern. Gast: Oke, dann gehen wir in meine Wohnung. Moe: Ou weia.
Marge und Professor August fahren Fahrrad.
Prof. August: Sind Sie bereit für unseren kleinen Ausflug zu Springfields Rollstuhl unfreundlichsten Restaurant? Marge: Absolut. Ich will, dass Ihr Wissen in mich eindringt.
Marge und Professor August fahren mit ihren Rädern an Moes Taverne vorbei. Homer sieht die Beiden zufällig durch die Tür.
Homer: Ach, wenn ich Marge sehen, erinnert mich das immer an Marge.
Er schmeißt seine Zigarre, die er zuvor geraucht hat, in das Schaufenster einer Sauerstoff-Bar, welche auf Grund dessen explodiert.
Krusty(verzweifelt): Wo soll ich jetzt meinen Sauerstoff herkriegen? (weint)
Das Bild wechselt vor einen Club, in dem Sadgasm, Homers Band, einen Auftritt hat.
Homer(singt):
Razorblade of apathy,
shave me with your irony!
Shave me! Shave me!
Dt. Untertitel: Freunde, dreht eure Apathie auf, rasiert mich mit eurer Ironie! Rasiert mich, rasiert mich!
Bei Professor August.
Marge(fasziniert): Unglaublich. Haben Sie all diese Bücher gelesen. Prof. August: Es wäre unmoralisch, sie ins Regal zu stehlen, wenn ich’s nicht getan hätte, aber ich seh’ mir auch Sport an, wie ein ganz normaler Mann. Großer Gott, die Patrions führen einen Angriff auf die Red Indians aus. Das ist keine Unterhaltung mehr, das ist Völkermord (jammert). Marge: Hm, warum machen wir nicht etwas Musik an.
Marge macht den Radio an. Zu hören ist Homers Song „Shave me“.
Prof. August(panisch): Nein, nein. Ich brauche Walgesänge.
Marge schiebt eine CD mit Walgesängen in die Musikanlage.
Prof. August: Marge, darf ich Ihnen ein Kompliment über Ihr Aussehen machen? Marge: Ja, natürlich. Prof. August: Sie sehen zauberhaft aus. Wenn ich mich zu einem Kuss annähern würde, sehen Sie das als Belästigung an, oder würden Sie mir Ihr Einverständnis geben? Marge: Natürlich wäre ich einverstanden. Prof. August: Ah, führen wir diesen Gedanken weiter. Dürfte ich, Ihren Mund, äh, mit meinem Mund küssen. Marge(genervt): Jetzt tun Sie’s endlich.
Professor August und Marge küssen sich. Danach wechselt das Bild vor ein Haus, das anscheinend Homer gehört. Davor sind zahlreiche Fans.
Homer(zu den Kindern): Endlich war der Traum eines jeden Rockstars für mich wahr geworden. Ich hasste es berühmt zu sein.
Im inneren des H.auses sitzt Homer mit seiner Gitarre auf der Couch. Das ganze Zimmer ist ziemlich vermüllt. Er nimmt schließlich ein Streichholz und zündet damit seine Golden Schallplatten an.
Homer: Wieso bin ich nicht glücklich? Ich bin der schärfste Grunge-Künstler bei Schimelpilz-Records, Weird Al macht eine Parodie auf meinen Song.
Weird Al(aus dem Fernseher):
Raisin bread with applesauce,
Tony Danza, he's the boss.
Brain freeze!
Brain freeze!
Brain freeze!
Brain freeze!
Dt. Untertitel: Rosinenbrot mit Apfelmus, Tony Danza, er ist der Boss. Hirnstillstand! Hirnstillstand!
Homer: Wer Weird Al satt hat, der hat auch das Leben satt.
Am Strand.
Prof. August: Sieh dir den Leuchtturm an, das ultimative Symbol für phalozentrische Technokratie. Er vergewaltigt Mutter Himmel. Marge: Ich dachte, die sind so groß, damit die Schiffe sie sehen. Prof. August: Nein Marge, alles was aussieht wie ein Penis ist schlecht. Marge: Sieh nur, eine Hochzeit. Prof. August: Die Sklaverei ist sehr lebendig in Springfield. Marge(empört): Heißt das etwa du bist gegen die Ehe? Prof. August: Marge, Frauen sind in der Ehe seit Jahrhunderten unterdrückt worden. Marge: Aber Stêphan, ich würde auch sehr gern irgendwann mal heiraten. Prof. August: Ach Marge, es sind Aussagen wie diese, die das Vorurteil fördern, dass Frauen dumm sind. Marge(sauer): Es sind Aussagen wie diese, die gemein sind. Prof. August: Es klingt vielleicht gemein, aber ich will dir nur bei deiner Entwicklung helfen. Marge: Och, entwickel’ dich doch selber, Professor Arschgeige, oder sollte ich sagen Assistenzprofessor Arschgeige? Prof. August(schockiert): Meine Habilitation ist nur noch nicht durch, weil mein Dekan ein Idiot ist.
Es taucht ein Kraftprotz auf, der anscheinend Professor Augusts Dekan ist.
Dekan: Was hast du gerade über mich gesagt? Prof. August (ängstlich): Tut mir Leid, Professor Mus. Dekan: Ich werd’ dich gleich habilitieren und zwar ungespitzt in den Boden.
Marge fährt mit dem Fahrrad zurück in die Uni und sitzt niedergeschmettert an einer Theke Von einem Fernseher aus kann sie einen Auftritt von Homer verfolgen.
Homer(singt aus dem Fernseher):
Spread yellow gunk
on my pancake heart.
Country-churned girl
in my grocery cart
Dt. Untertitel: Vertreich gelbe Pampe auf meinem Pfannkuchenherz. Landmilchmädchen in meinem Einkaufswagen.
Marge(verwundert): Wäre es möglich, dass er über mich singt? Ah, tatsächlich. Homer(singt weiter):
I paid for her dreams,
she taught me to cry.
Like watery knives,
like rain from my eyes,
I can't believe you're not mine.
I can't believe you're not mine.
Margerine,
Margerine,
Margerine,
Margerine!
Margerine!
Dt. Untertitel: Ich habe für ihre Träume bezahlt, sie hat mir beigebracht zu weinen. Wässrige Nächte, Regen aus meinen Augen, ich kann nicht glauben, dass du nicht mir gehörst. Ich kann nicht glauben, dass du nicht mir gehörst, Margerine. Margerine, Margerine, Margerine.
Marge(geschmeichelt): Er liebt mich so sehr, nach all dem was ich ihn angetan habe.
Plötzlich wechselt das Bild des Fernsehens.
Kurt Loder (aus dem Fernseher): Wir unterbrechen diesen Klampfencocktail für eine Blitzmeldung. Die Grunge-Erfolgsband Sadgasm hat sich aufgelöst.
Man hört einige Fans jammern.
Kurt Loder: Der öffentlichkeitsscheue Leadsänger Homer Simpson hat sich in seiner Villa zurückgezogen, angeblich ist sein Drogenproblem außer Kontrolle geraten. Das war Kurt Loder mit einem Bericht aus den Neunzigern. Marge(besorgt): Oooh, ein Drogenproblem. Oh nein!
Marge nimmt ihre Jacke und rast mit einem Taxi zu Homers Haus. Als sie die Tür öffnet, sieht sie Homer, als er gerade eine Spritze im Arm stecken hat.
Marge(erstaunt): Oh mein Gott, du bist ein Junkie. Homer(stoned): Ich brauch das. Marge: Ich werde dir das Zeug wegnehmen. Homer(unter Drogen): Aber ich brauch das. Marge: Nein, brauchst du nicht.
Sie nimmt die Nadel aus Homers Arm und wirft die Spritze auf den Boden. Anschließend beseitigt sie auch die restlichen Drogen und kümmert sich um Homer.
Marge(zu den Kindern): Bedauerlicherweise fand ich später heraus, dass das nicht Heroin war, sondern Insulin. [Rückblende endet]
Wir sind wieder im Wohnzimmer der Simpsons. Lisa, Bart und Maggie sitzen auf der Couch.
Marge: Homer hatte diese Spritzen wirklich dringend nötig. Homer: Ich war Diabetiker geworden, weil ich zu viele Freppocinos getrunken hatte. [Rückblende beginnt]
Homer liegt im Krankenhaus. An seiner Seite steht Marge, die ihm die Hand hält.
Marge: Homie, ich hab mich so von der College-Welt blenden lassen, dass ich ganz vergessen hab’, wie wichtig mir deine Liebe ist. Verzeihst du mir und nimmst mich wieder zurück? Homer: Natürlich, denn das was zwischen uns stand, die Neunziger, sind ja schon fast vorbei. Marge: Du hast Recht, aber ich mach mir große Sorge um die Zukunft: Realitiyshows, Britney Spears, Präsidentschaftswahlen, bei denen die Wahlurnen verschwinden. Homer: Aber es wird nie einen schlechteren Präsidenten geben als Bill Clinton. Ich mein, der hat in einem Zivilprozess unter Eid ausgesagt und gelogen. Das ist die größte Sünde, die ein Präsident begehen kann. Marge: Es wird nie einen schlechteren Präsidenten geben, niemals.
Homer: Niemals.
Die Beiden fahren zu einem Minigolfplatz. Im Hintergrund ist Homer wieder als Erzähler zu hören.
Homer(zu den Kindern): Die Neunziger neigten sich dem Ende zu. Wir freuten uns auf die Olympiade in Sydney und ließen unsere Liebe wieder aufleben. Und in einer Nacht bei Mondschein hatte ich zum ersten Mal Spaß auf einem Minigolfplatz. (lacht)
Homer und Marge vergnügen sich in einem der Minigolfhäuschen. Aus dieser Nacht entstammt ja bekanntlich Bart. [Rückblende endet]
Marge: Homer hör’ auf, du musst den Kindern doch nicht alles erzählen. (lacht) Lisa: Was hab’ ich verpasst? Wie ging’s aus? Bart: Seid ihr wieder zusammen gekommen? Homer: Dieser Professor hätte es nie geschafft, uns auseinander zu bringen. Ich meine, außer er wäre am Strand ein bisschen netter gewesen. (lacht) Marge: (lacht) Aber dieser Professor hat mir eine Lehre fürs Leben mitgegeben: Dass mein Herz ganz allein Homie gehört.
Die Beiden küssen sich innig.
Homer: Und als ich sie wieder hatte, war ich so glücklich, dass ich nie wieder wütende Rockmusik machen musste.
Wieder küssen sich Marge und Homer innig. Dann schwingt das Bild nach außen und man sieht Professor August in alten Jahren. Er schaut durch das Fenster und sieht, wie sich Marge und Homer küssen.